Was für Tage in Skanör! Jan Woortman (GER 1221, NRV) gewinnt mit Markus Koy und Diego Negri den Grand Prix. Die Drei segeln eine beeindruckende Serie und machen schon im vorletzten Rennen alles klar. Drei Tagessiege und eine überaus konstante Leistung – am Ende steht das deutsche Team mit nur 27 Punkten und und einem Vorsprung von 13 Punkten ganz oben auf dem Podium. 

Jan Woortman ist mehr als begeistert. Eigentlich auch kein Wunder, nach so einem nahezu perfekten Lauf: ein dominanter Auftaktsieg bei 20 Knoten und steiler Ostseewelle, eine Serie von 6–1–7–5–6, und dann das entscheidende Bullet im sechsten Rennen. Das letzte Rennen ist nicht mehr nötig – der Sack ist zu.

Auch die deutschen Amateure glänzen. In der Corinthian-Wertung segelt Tanja Jacobsohn (GER 1256) mit Ehemann Bernhard und Jan Scharfetter auf Rang drei. Und zum Abschluss feiern Christian Einfeldt (GER 1232) mit Sohn Caspar und Peter Liebner noch einen Bullet im letzten Lauf. „Nach zwei Runden sind alle noch so dicht beieinander, dass jeder Fehler sofort viele Plätze kostet“, beschreibt Einfeldt das extreme Niveau.

Begeistert sind aber nicht nur die Sieger – ausnahmslos alle sind von diesen Tagen in Skanör angetan. „Diese Weite. Dieses Licht. Diese Ruhe. Wer hier einmal gesegelt ist, kommt wieder“, schwärmt Dirk Pramann (GER 16), der mit Michael Koch und Kilian Weise Fünfter wird. Und auch von Stravos hört man nur begeisterte Worte: „Ich muss sagen, dass dies eine der besten Grade-1-Regatten war, an denen ich je teilnehmen durfte. Alle Helfer und Freiwilligen, darunter so viele junge Club-Mitglieder und Segler, haben diese Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.“

Insgesamt 38 Teams aus elf Nationen kämpften vom 29. Juli bis 2. August vor der schwedischen Halbinsel um den Titel. Das Starterfeld war „typisch Drachen“ erstklassig besetzt – selbst Peter Gilmour war erstmals in dieser Saison wieder am Start.  Der Wind war zunächst happig, das Practice Race wurde wegen zu viel Wind und Welle abgesagt und auch die ersten Wettfahrten fanden bei knackigen Bedingungen statt, im Laufe der Woche legte sich der Wind und die Dünung, sodass zwischenrein sogar Flaute die Segler warten ließ. Am Schlusstag genossen die Segler nochmal bei stabilem Südwind Drachen-Segeln vom Feinsten – eng, taktisch, hochklassig.

Und die Kulisse? Skanör präsentiert sich als Postkartenmotiv: weißer Sandstrand keine zehn Meter von den Booten, Strandleben neben dem Hafen, die Bahn direkt vor der Küste. Dazu eine Organisation, die ihresgleichen sucht. Wettfahrtleiter Robert Ohlson führt souverän durch die Serie, der Segelclub Skanör mit seinen 350 Mitgliedern stemmt das Event mit Herzblut und einnehmender Herzlichkeit.

Fazit: Ein deutscher Sieg, Podium in der Corinthian-Wertung und eine Regatta, die allen in Erinnerung bleibt. Skanör hat sich auf die Bucket List der Drachenklasse gesegelt.

Aus dem DDG waren am Start:

  • GER 16 – Dirk Pramann / Michael Koch / Kilian Weise

  • GER 1117 – Ralf Vincent Döbler / Stephan Bezzenberger / Felix Döbler

  • GER 1133 – Hans-Christian Schwieger / Dirk Schmidt / Florian Krackhardt

  • GER 1163 – Benjamin Hub / João Vidinha / Julius Hornung

  • GER 1171 – Dirk Neukirchen / Bo Seiko / George Leonchuk

  • GER 1207 – Nicola Friesen / Michael Lipp / Martin Westerdahl

  • GER 1221 – Jan Woortman / Markus Koy / Diego Negri

  • GER 1232 – Christian Einfeldt / Peter Liebner / Caspar Einfeldt

  • GER 1253 – Roman Schmitt / Johannes Feil / Miguel Bagallo

  • GER 1256 – Tanja Jacobsohn / Bernhard Jacobsohn / Jan Scharfetter

Alle Ergebnisse: gibt es HIER: 

Text: Sina Wolf