©Tom Körber
Niendorf, 14. Juli 2025 – Christoph Toepfer, Michael Koch und Markus Koy vom NRV sind Deutsche Meister im Drachen. Mit nur einem Punkt Vorsprung vor Dirk Neukirchen (YCRE), Lars Hendrikson und Georg Leonchuk sicherten sie sich den Titel nach einer Serie, die bis zur letzten Kreuz völlig offen blieb. Bronze ging an Philipp Kadelbach, Julian Ruhnke und Jan Jaspar Wagner vom VSaW – vier Punkte hinter dem Vizemeister.
Was für ein Showdown in Niendorf. Neukirchen war mit nur fünf Punkten Vorsprung in den letzten Tag gestartet – bei einem so engen Feld alles andere als sicher, dahinter lauerten Kadelbach und Toepfer, der als Führender der Rangliste angereist war. Der Entscheidungstag wartete nicht nur mit Nervenkitzel auf, sondern auch mit deutlich mehr Druck in der Luft. Über Nacht hatte es bereits viel Wind gegeben, eine entsprechende See mit Wellen hatte sich aufgebaut.
Der erste Start endete wie so oft mit allgemeinem Rückruf, der zweite unter Black Flag ebenso, und sechs Teams mussten die Bahn als Frühstarter verlassen – darunter Titeljäger Kadelbach, der somit aus dem Rennen schied, und Stephan Link, der bis dahin noch aufs Podium wollte. Erst nach dem dritten Anlauf hieß es „clear Start“.
Bis zur ersten Luvtonne hatte sich Dirk Pramann mit Kilian Weise und Charles Nankin deutlich vom Feld abgesetzt, dahinter folgte Arnt Bruhns, der mit Bruder Söhnke, Sohn Jan-Rouven und Maurice Oster ein beeindruckendes Rennen segelte. Neukirchen hing am Heck von Toepfer, halste weg, als er eine Chance sah, noch mehr zu holen als an dessen Fersen zu bleiben – und verlor -wie sich dann am Ende zeigte – dabei.
Toepfer, Koch, Koy gaben alles und machten ihr Rennen, dabei blieb es spannend. Bis zur letzten Zielkreuz ginge es vorne um wichtige Platzierungen: Jan Woortman, Caspar Dohse und Marcel Vockel wollte unbedingt noch vor Toepfer durchs Ziel, um im Gesamtranking vor Alexander Kudlich zu landen, konnte Topefer aber nicht halten und musste ihn ziehen lassen. Am Ende dieser letzten Wettfahrt feierte Pramann ein Bullet, vor Arnt Bruhns, Alexander Kudlich wurde Dritter, Toepfer kam als Vierter ins Ziel, Woortman als Fünfter – und Neukirchen als Zehnter, was ihn zum Vizemeister machte.
Yachtclub Niendorf begeistert als Gastgeber
Die IDM im Yachtclub Niendorf begeisterte mit ihrer einmaligen Lage, ihrem Charme und dem herzerwärmenden Engagement aller Mitglieder. 45 Starter – zwar nicht ganz so groß wie im vergangenen Jahr, dennoch extrem stark, kompetitiv und eng. Es zeigte sich einmal mehr: Der Kampf um den Titel im Drachen ist unglaublich hart, das Niveau extrem hoch, jeder kleinste Fehler kostet schnell mehrere Plätze.
Katrin Adloff, im DSV-Präsidium zuständig für den Bereich Wettsegeln, war als Mitglied der Jury während der IDM auf dem Wasser dabei. „Das Niveau in der Drachenklasse ist außergewöhnlich hoch. Trimm, Taktik und Bootshandling entscheiden hier über Sieg und Niederlage“, berichtet sie. „Wir mussten nur drei Proteste verhandeln. Verstöße wie unerlaubtes Pumpen wurden direkt auf dem Wasser geahndet.“
Die Wettfahrtleitung um Noel Gonseth und Lukas von Hacht agierte souverän und unaufgeregt, dabei nah an den Seglern.
Acht Wettfahrten, ein Punkt zwischen Gold und Silber, vier Punkte zu Bronze – dichter geht es nicht. Die Segler zufrieden, gut gelaunt und mit diesem ganz besonderen Esprit der Drachen-Klasse. Das Einmalige an dieser Klasse: Du musst segeln können, du musst trimmen können, du musst taktisch richtig was drauf haben. Kurz: Du musst gut sein.
Tagessieger
1. Wettfahrt: Alexander Kudlich /Robert Stanjek/Philipp Blinn (POR 90)
2. Wettfahrt: Jan Woortman/Caspar Dohse/Marcel Vockel (GER 1221)
3. Wettfahrt: Christoph Toepfer/Michael Koch/Markus Koy (GER11)
4. Wettfahrt: Joachim Gensle/DavideOrtelli/Andrea Totis / Camilla Michilini (GER 1265)
5. Wettfahrt: Ingo Ehrlicher/Thomas Auracher/Diego Negri (GER77)
6. Wettfahrt: Christoph Toepfer/Michael Koch/Markus Koy (GER11)
7. Wettfahrt: Stephan Link/Frank Butzmann/Ingo Borkowski (GER 62)
8. Wettfahrt: Dirk Pramann/Kilian Weise/Charles Nankin (GER 16)
Alle Ergebnisse: gibt es HIER:
Text: Sina Wolf

